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Wertschätzung der Menstruation

Meine erste Mens kam im November 1998, als ich gerade 11 Jahre alt war.  Letztes Jahr wurde sie volljährig und genauso lange habe ich gebraucht, um an und mit ihr zu wachsen. Obwohl der Ablauf jeden Monat der gleiche ist – ein Ei reift, wird nicht befruchtet, die Mens kommt –, waren meine Gefühle ihr gegenüber nie die gleichen. Anfangs Scham, schon zu bluten. Später Sorge, ungeplant schwanger zu werden und bitte zu bluten. Nun Hoffnung, schwanger zu sein und die Mens ein paar Monate zu verabschieden.

Bis ich Kulmine entdeckte, war die Mens für mich „Müll”. Warum sonst sollte es Einwegbinden geben, die nur für den Abfall taugen? Mit dem Kinderwunsch kam die neue  Sichtweise auf die Mens. Auch, wenn das monatliche Herzrot nun einen kleinen Abschied von einem potenziellen Kind bedeutet, berührt mich, dass die Mens auf Kulmines
wertgeschätzt wird. Was da abblutet, ist das potenzielle zeitweilige Zuhause des Babys, das diesmal nicht zu uns gekommen ist. Kein Müll. Durch das bewusste Auswaschen und Verabschieden der Mens und das Wiederverwenden der  Helas schließt sich für mich ein Zyklus, der mal größere, mal kleinere Kreise zieht.

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