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Wenn Frau sich mit ihrer Periode beschäftigt

Wie  schön, dass das Kulminetreffen so gut war, wie im Forum zu lesen. Es  klingt wirklich sehr besonders, deine Arbeit, dein Umfeld. Soviel  Freude, Lebendigkeit dabei, das finde ich wirklich besonders. Und dann  tust du dabei noch so eine wichtige Arbeit.

Also, ich kenne ja nun bislang  nur die Kulmines, die Homepage, die anderen Produkte, die vielen  Erklärungen und Ideen. Was du in deinen Behandlungen tust oder auf den  Seminaren, das ist mir ja noch nicht so ganz klar  Aber alleine über Kulmine bin ich persönlich so dankbar.
Mir fällt leider oft nur im direkten Vergleich mit anderen auf, was  sich alleine bei mir getan hat, seit Stoffbinden, Cups und so vieles  andere in mein Leben getreten sind. Wie froh ich bin, mich nicht mehr an  manchen Tagen “Ihhh” und “bähhh” zu finden, und peinlichen, unangenehm  riechenden Müll irgendwo heimlich entsorgen zu müssen. Sondern all das,  was ich mir vorher in anderen Bereichen an Freiheit, Selbstbewusstsein  erarbeitet hab, auf einmal auch für diesen Teil Frausein anwenden zu  können.
Mein Blut zu sehen, Unterschiede wahrnehmen zu können. Nur das  Blut zu riechen, und keine 1000 Duftstoffe und das, was dann am Ende  daraus wird. Seit ich mittlerweile eine ganz gute Sammlung an Kulmines  habe, fange ich an, auch die Cups nicht mehr zu verwenden und merke,  dass es mir manchmal viel besser tut, wenn das Blut ablaufen kann, wenn  ich auf einmal das Blut rinnen spüre. Alles Empfindungen, die es für  mich früher gar nicht gab.

Ich hab mir vor kurzen Euren Podcast auf der Startseite  angehört, ich glaube dort war es, wo deine Gesprächspartnerin meinte, das Tabu des “Durchblutens” kenne sie nicht, oder so ähnlich. Meine  Güte, hat das Bewegung in mir ausgelöst. Denn ich kenne das sehr wohl,  erst vor einem Jahr war ich mit einem Freund unterwegs, wie saßen im  Park, lümmelten rum – und abends stellte ich beim ausziehen fest, dass  ein alter Blutfleck in der Hose, genau in der Mitte, war, und ich ihn im  stundenlangen Schneidersitz den ganzen Tag präsentiert hab – ich hab  mich so geschämt! Als ich euer Gespräch gehört hab, hat es mich so  richtig durchfahren. Damit ist Schluss! Ich kann mich doch nicht freuen,  dass ich monatlich das Blut mit den Händen aus den schönen Binden  wasche, sie nach dem Waschen sorgsam in ihr Körbchen lege, und mich dann  als erwachsene Frau immer noch schämen, wenn es öffentlich wird, dass  ich eine Periode habe und hin und wieder was daneben geht!
Mein  erster Schritt dazu war, beim letzten Besuch nicht hektisch ins Bad zu  rennen, und die Schale mit eingeweichten Binden zu verstecken. Es sah  nicht eklig aus, sie waren schon sehr sauber, so what. Und auch  ansonsten hab ich grad das Bedürfnis, offener mit meiner Menstruation um  zu gehen, ich weiß nur noch nicht wie. Leider verbindet mein Umfeld sie  mit nichts gutem, weil ich am ersten Tag immer flachliege mit  Schmerzen, aber ich muss mir da mal was überlegen.

So, das war  jetzt eine lange, ungeordnete Geschichte. Auf jeden Fall ein Plädoyer  für Stoffbinden und den Prozess, der sich in Gang setzen kann, wenn sich  Frau mit ihrer Periode beschäftigt. Gibt es denn eine Möglichkeit  wie ich mitarbeiten kann? Ich würde irgendwie gerne dazu beitragen, dass  mehr Frauen diesen Weg überhaupt kennenlernen können, irgendwie  unterstützen, dass diese guten Dinge ihren Weg in die Welt finden.
(Ich  versuch es schon immer im kleinen, habe auch schon ein paar Frauen mit  “Probebinden” versorgt, aber so richtig Anklang hab ich noch nicht  gefunden. Die einzige, die sehr begeistert war, ist meine Mutter, die  sie aber nicht mehr braucht. Sie sagte, die Stoffbinden wären ihr eine  sehr willkommene Alternative zum Wattebausch gewesen.)
Naja, wir  haben ja am Telefon schon mal kurz darüber gesprochen. Wenn ich da  irgendwas beitragen kann, lass uns darüber sprechen, es würde mich so  freuen, meine Fähigkeit und Begeisterung mal wieder für etwas gutes  einzusetzen

 
PS: Jetzt hab ich ja viel zu meiner  Meinung zu Kulmine geschrieben, die ja sehr positiv ist, zwei kleine  Mankos gibt es auch für mich: 1. hab ich leider noch nicht die perfekte  Variante fürs Fahrradfahren gefunden: alles mit Knöpfen tut mir weh, die  Faltis und die normalen Binden u Slipeinlagen verkrumpeln und tun dann  auch weh bzw. irgendwann schlafen mir dann die Schamlippen ein. Und 2.  ist für mich die Faltbinde Maxi+ die Binde der Wahl, wenn ich meine  erste Blutungsnacht unterwegs verbringe und dabei auf keinen Fall Spuren  hinterlassen möchte. Falls es davon mal eine in blau oder rot gäbe,  dann fände ich das großartig, weil leider bin ich mit meinem geplanten  offensiven Umgang mit meiner Mens noch nicht soweit, dass ich ganz  entspannt diese ja wirklich große, auffällige Binde dann mit den sehr  gut kontrastierenden Blutflecken nach dem groben Auswaschen zum Trocknen  aufhänge, zB im Garten meiner Schwiegereltern oder außen am Zelt. Da  fände ich die farbige Variante irgendwie besser.

 

 Lieben großen  Dank für dieses Feedback. Es bestätigt uns in der Art und Weise wie wir  arbeiten und natürlich gab es den vorletzten Anstoß zu roten und blauen  Maxi+ Faltbinden. Direkt nach Erhalt dieses Textes, rief eine Kundin  an, die genau das gleiche Argument vorbrachte. Ich hatte bis dahin immer  gedacht: naja, diese große Binde trägt die Frau nur im Wochenbett oder  in der Nacht und da spielt die Farbe keine so große Rolle. Im Wochenbett  ist die naturfarbene tatsächlich wichtig, weil die Farbe des  Wochenflusses erkennbar bleibt. Ich bin jedenfalls eines besseren  belehrt und ab Januar 2015 gibt es farbige Maxi+.