Artikel
0 Kommentare

Meine Entscheidung

klm_pillenfrei_2.jpg

Der zweite Teil der Reihe Pillenfrei beginnt mit der Frage: „Weswegen habe ich mich damals überhaupt für eine hormonelle Verhütungsmethode entschieden?” und macht dann erst einmal eine kleine Zeitreise!

Zeitreise in das Jahr 2001: Damals war ich 21 Jahre alt und schaute auf mehrere Jahre zurück, in denen mein natürlicher Menstruationszyklus mehr eine Belastung als ein Segen war. Unregelmäßige Zyklen, die teilweise acht Wochen dauerten, starke Schmerzen, eine überstarke Regelblutung, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall während der Periode prägten meinen Alltag und daher schien die Pille mehrere Fliegen mit einer Klappe zu schlagen: Die Verhütungsfrage war geklärt, der Zyklus war „gebändigt” und ich hatte wesentlich weniger Probleme mit meiner Menstruation. Für mein 21jähriges Ich eine scheinbar perfekte Lösung.

Sieben Jahre lang nahm ich die Pille, ohne nennenswerte Nebenwirkungen und ohne in Frage zu stellen, ob diese Verhütungsmethode für mich nicht auch Nachteile böte.
Weg von der Pille wollte ich, weil ich generell Kinderwunsch hatte und mir Sorgen machte, eine langjährige Einnahme von Fremdhormonen könnte meinem Kinderwunsch langfristig im Wege stehen.
Das Absetzen der Pille gestaltete sich für mich überraschender Weise sehr positiv: Direkt im ersten Zyklus nach der Pille hatte ich mutmaßlich einen Eisprung (guter Zervixschleim und Mittelschmerz ließen es zumindest vermuten), meine Zyklen waren so regelmäßig wie nie zuvor und zu guter Letzt konnte ich mich als Frau und insbesondere in meiner Sexualität ganz neu kennen lernen. Dies führte zur Trennung von meinem langjährigen Partner, ein Schritt, den ich erst Jahre später kognitiv komplett durchdringen konnte – ohne Pille war ich näher an meiner Intuition, fühlte mich lebendiger und femininer.
Die darauf folgenden Jahre verhütete ich mit der Kupferkette, um dann im Jahr 2014 zur symptothermalen Methode (Sensiplan, eine Methode der natürlichen Familienplanung) zu finden.

Diese Geschichte zeigt, dass eine Frau noch nicht mal schlimme Nebenwirkungen der hormonellen Verhütung erleben muss, um den Verzicht auf synthetische Fremdhormone als einen großen Gewinn zu erleben. Ich bereue es nicht, Erfahrungen mit der Pille gemacht zu haben, da es Teil meiner Lebensgeschichte ist – aber freue mich um so mehr darüber, nun meinen natürlichen Zyklus zu erleben.


Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.