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19) (No) Drama Baby!

Der Klassiker unter den misslungenen Feiertagen ist der Satz: „Ich habe mir das alles anders vorgestellt.“ Doch Veränderung ist ein Prozess und Erwartungen schränken den Prozess unnötig ein. Es ist ein Spiel, das du dir selbst kreierst, mit allen angenehmen und unangenehmen Erfahrungen. Doch was ist, wenn kleine Katastrophen nicht ausbleiben? 


Wir haben Situationen gesammelt, die auftauchen können und zeigen eine Möglichkeit, mit ihnen umzugehen:

„Ich fühle mich unwohl mit den Menschen um mich herum.“
Hast du dich gerne oder ungern auf Verwandtenbesuche eingelassen hast und du stellst dann fest, dass es dir gar nicht gut tut, du kaum damit umgehen kannst, es dir zuwider ist, du zu stark reagierst und damit anderen ihr Fest verdirbst – oder auch einfach so: Du kannst jederzeit gehen oder den Besuch viel kürzer machen! Statt gegen jemanden zu agieren, mache es für dich.

„Ich fühle mich unter Druck gesetzt.“
Mit diesem Gefühl werden oft manipulative Mechanismen sichtbar, hinter denen sich Ängste verbergen wie „du liebst mich nicht“ oder „du lässt mich allein“. Sobald du dir der Mechanismen bewusst bist, kannst du Mitgefühl für diese Ängste haben – aber musst dich nicht von ihnen bestimmen lassen. Tief und entspannt Durchatmen kann dabei helfen. Du kannst jemanden lieben und trotzdem sein Verhalten nicht tolerieren. Wenn du dir das klar machen kannst, hast du eine innere Haltung, die es dir leichter macht, mit manipulativen Einladungen umzugehen. So kannst du ganz deutlich deine Grenzen ziehen.

„Ich bin hin- und hergerissen, ich mag ja gerne, aber …“
Was bist du bereit dafür zu zahlen? Kannst du Strategien entwickeln? (Zum Beispiel: Wie komme ich an Omas Gänse- oder Tofubraten, ohne den ganzen Tag bei ihr zu verbringen?) Kannst du Dinge, mit denen du bestechlich bist, loslassen?

„Ich befürchte, mich einsam zu fühlen.“
Die Idee von Weihnachten und dass man sich an diesem Tag alleine einsam fühlen würde, gewinnt nur an Realität, wenn man daran glaubt.


Es ist unmöglich, das eigene Verhalten sofort komplett so zu verändern, wie man es gerne will. Wenn du nicht so viel geschafft hast, wie du dir vorgenommen hattest, sei liebe- und verständnisvoll mit dir selbst.
Nächstes Jahr oder bei der nächsten Familienfeier hast du wieder eine neue Chance. Auch der Start eines Prozesses und das stückweise Arbeiten an diesem Prozess sind Erfolge, auf die du stolz sein kannst. Nächstes Jahr versuchst du es einfach wieder neu!


Experimentierfeld
Was ist deine größte Befürchtung?
Schreibe sie auf und stelle einen Stuhl vor dich. Stell dir nun vor, du sitzt auf diesem Stuhl und du selbst bist deine beste Freundin und hast diesen Zettel bekommen. Deine Aufgabe ist nun, deiner besten Freundin einen von Herzen kommenden Ratschlag zu geben.

Oder: Schreibe das schlimmste Szenario auf, das du dir vorstellen kannst.
Erzähle es dir oder einem Freund/einer Freundin, als würdest du ein absurdes Theaterstück draus machen wollen.

Hast du das Gefühl, dass du durch die Übungen etwas erkannt hast, was du umsetzten willst?
Wenn ja, was brauchst du dafür? Gibt es jemanden, der dir dabei helfen kann, deine Wünsche umzusetzen?

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