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5) Petras Erfahrungen mit Weihnachten, von der Liebe im Alltag und spielen, spielen, spielen

In meiner Herkunftsfamilie gab es an Weihnachten den klassischen Stress bis zum Nachmittag. Zur Bescherung hieß es dann schnell ordentlich anziehen und auf Kommando fröhlich und friedlich sein. Ohje, das hat selten geklappt!
Dabei hätte jeder einzelne ihn sicher gerne gewollt, den Frieden.

Damals, Ende der 50er und während der 60er Jahre, war der Konsumterror längst nicht so groß wie heute (erst gab es gar keine TV Werbung, später ganz wenig). Friede und Liebe stand jedoch schon immer als Weihnachtsaufgabe fest. Da blieb der Stress nicht aus – wie denn auch, ohne dass Menschen gelernt hatten, wie das geht?

Meine Schlussfolgerung für meine eigene kleine Familie
Wenn Liebe und Frieden, dann will ich das für unseren Alltag erleben und vermitteln. Ruhe und Stille will ich in mir entdecken und es immer mehr leben. Ich denke, das gelingt mir immer mehr und meinen nun schon erwachsenen Kindern ebenfalls. Da wir keiner Religion angehören, haben wir uns den vorgegebenen Ritualen entzogen und unsere eigenen kreiert.
Schon als die Kinder klein waren, haben wir Weihnachten nach Lust und Laune gefeiert. Der Tannenbaum blieb; wir lasen Geschichten vor und spielten die verschiedensten Spiele. Besonderes gekocht haben wir nur, wenn wir Lust darauf hatten. Das machen wir noch heute so. Später, als die Kinder älter wurden, gingen wir am 24. mal in die 20 Uhr Vorstellung eines kleinen Kinos in unserer Stadt. Die Atmosphäre war besonders – vielleicht, weil dort nur Menschen waren, die auch da sein wollten. Oft haben wir gemeinsam gekocht und Spaziergänge gemacht. Und schon früh durften die Kinder am 24. auf Partys oder andere Treffen mit Freunden gehen.

Geschenke
Wir haben versucht, das Geschenke tauschen in der Familie begrenzt zu halten. Heute schenken wir uns, nach gemeinsamer Absprache, alle nichts mehr. Erst habe ich meinem Enkel noch etwas geschenkt, doch er bekommt so viel von anderen Teilen der Familie, dass es mehr als genug ist. So erfüllte ich ihm in einem Jahr schon Ende Oktober seinen Herzenswunsch und er weiß schon, dass ich die Weihnachtsschenkerei nicht mag.

Einladungen
Einladungen meiner Herkunftsfamilie wurden nur angenommen, wenn sie Freude statt Zwang versprachen. Das mag für einige egoistisch klingen – ich finde es ehrlich und von Herzen kommend. Manchmal haben wir andere Menschen eingeladen, die sonst wirklich allein und einsam gewesen wären. Meine Söhne, mein Enkel und selbst mein Mann brauchen nur bei mir sein, wenn sie Freude daran haben und ich Zuhause bin. Manchmal war ich am 24. allein Zuhause und habe es genossen. Manchmal war ich auch verreist.

Was mir wirklich wichtig ist
Für mich war und ist die echte Entspannung am wichtigsten und noch mehr Zeit haben für das, was mir und meiner kleinen Familie Freude bereitet. Der Punkt, an dem die meisten schon wieder aufhören, hinter Geschenken und perfektem Weihnachten hinterherzurasen, ist ein besonderer. Es wird tatsächlich viel stiller. Das genieße ich. Doch ohne den von Menschen und vom Kommerz gemachten Stress, ist auch schon vorher die Möglichkeit für Stille gegeben. Der Dezember, die dunkle kalte Jahreszeit, läd ein zu Besinnung, Meditation und Reflexion.

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