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3) Der innere Kreis: Planänderungen und Erwartungen

Dieser Beitrag bezieht sich direkt auf den Text von gestern, an dessen Ende eine wichtige Frage steht:
Was ist mit den Menschen, die nicht in deinen „inner circle“ gehören?
Sind da vielleicht sogar solche dabei, mit denen du bisher Weihnachten verbracht hast?
Menschen, die erwarten, dass du die Feiertage „wie immer“ mit ihnen verbringst?


Vielleicht ist auch einer der Menschen auf deinem Blatt so weit von dir weg, dass du ihn ehrlich gesagt lieber gar nicht treffen möchtest?
Was fühlst du dabei? Bist du über dich selbst schockiert? Hast du Befürchtungen, denjenigen vor den Kopf zu stoßen? Hast du Befürchtungen, unter Druck gesetzt zu werden? Wenn du magst, mach dir dazu ein paar Notizen, bevor du weiter liest.

Von Erwartungen und Erpressungen
Vielleicht kennst du das aus deiner Familie: Es werden Erwartungen gestellt, bei denen es oft unmöglich erscheint, diese nicht zu erfüllen. Versucht man es doch, führt das dann zu scheinbar harmlos daherkommenden Erpressungsversuchen, bei denen eigene Ängste von Einsamkeit, Kontrollverlust und ähnlichem auf emotionaler Ebene weitergegeben werden. Manchmal ist das sehr deutlich und manchmal so subtil, dass man es erst nicht bemerkt.

Um mit Erwartungen von anderen Menschen umzugehen, kann es helfen, dir folgendes vor Auge zu führen:

  • Dass der neue Umgang mit Weihnachten auch für die anderen neu ist.
  • Dass andere auch ein Recht auf Ärger, Enttäuschung und Traurigkeit haben. Es ist schade, wenn man nicht zu den Liebsten von jemandem gehört, den man selbst so gern hat. Aber niemand kann Liebe erzwingen. Liebe kann nur ein Geschenk sein.
  • Dass du Mitgefühl zeigen kannst und darfst, auch wenn du gleichzeitig zu deinen Bedürfnissen und Wünschen stehst.
  • Dass sich Menschen mit der Angst vor Einsamkeit und Stille verrückt machen – wegen einer rot gemalten Zahl im Kalender, die willkürlich in grauer Vorzeit bestimmt wurde und deren Bedeutung emotional hochgepuscht wurde.

Wenn du dich emotional stabil fühlst, Absagen oder Alternativen zu formulieren, kannst du überlegen, ob oder wie du diese Menschen trotzdem angemessen mit einbeziehen willst. Wen willst du vielleicht lieber in der Adventszeit oder „zwischen den Jahren“ besuchen, oder wen im frischen neuen Jahr?

Wie geht man damit um, wenn die Eltern nicht im „inner circle“ sind?
Gerade für junge Menschen ist es oft eine Überwindung, sich das erste Weihnachten ohne Eltern zuzugestehen.
Ideen dazu sind:

  • Die Eltern nicht am 24. Dezember zu besuchen, aber an den folgenden Feiertagen, oder aber sie einem Wochenende vorher oder nachher besuchen.
  • Eine Möglichkeit ist, keine Tagesveranstaltung daraus zu machen und sie stattdessen vielleicht nur zum Kaffee oder nur zum Abendessen einzuladen. Das lässt sich natürlich auf andere Verwandte oder Nahestehende umsetzen.
  • Es gibt auch die Möglichkeit, Menschen zu dir einzuladen, so dass du weniger unterwegs bist.
  • Vielleicht kannst du die Zeit für dich auch so gestalten, dass du dich dann wohl fühlst und ein Pflichtbesuch doch eine schöne Zeit wird? Darauf gehen wir später noch ein.

Morgen geht es um Weihnachten, das man alleine verbringt!

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