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Soziale Projekte, die unser Schnittmuster Hela nutzen

Seit dem Menstrual Health Day (MHDay) 2016 ist das Schnittmuster der Kulmine Stoffbinde • Hela für nichtkommerzielle Zwecke frei verfügbar. Den MHDay gibt es seit 2013, er macht auf Themen wie Period Poverty und Tabuisierung aufmerksam.

Nach der Veröffentlichung des Schnittmusters ist viel passiert und weltweit gibt es mittlerweile Projekte, die mit der Hela arbeiten. In dieser Übersicht stellen wir einige davon vor und geben einen Einblick in die Arbeit der verschiedenen Organisationen.

Kwizera (Uganda)

Der Schwerpunkt dieses Projekts liegt auf der Vergabe von Mikrokrediten: „Ohne Job und ohne Zugang zu Geld sind viele zur Armut verdammt und auf fremde Hilfe angewiesen. Mit einem kleinen Kredit bekommen sie die Chance, sich eine kleine Existenz aufzubauen und für sich und ihre Kinder zu sorgen.“ Außerdem betreibt Kwizera ein Feldprojekt und eine Handarbeitsschule.

Bisher wurden in der Handarbeitsschule schon über 200 Binden genäht (Stand Mai 2021) und an die Frauen im Projekt verteilt. Noch steht allerdings nicht fest, wie das Nähen der Stoffbinden in das Konzept „Hilfe zur Selbsthilfe“ integriert werden soll. Mehr Informationen zur Arbeit von Kwizera findest du hier.

Vier Näherinnen aus Uganda sitzen an ihren Nähmaschinen und lächeln freundlich in die Kamera.
Ein Einblick aus der Nähschule von Kwizera (Foto: https://kwizera.de/de/aktuelles [26.05.2021])

Volunteers for Humanity (Syrien und Griechenland)

Der gemeinnützige Schweizer Verein Volunteers for Humanity hat ein Projekt ins Leben gerufen, bei dem Ehrenamtliche in der Schweiz Stoffbinden nach dem Schnittmuster der Hela nähen. Sie wurden gesammelt und dann in großen Kartons in Camps für Geflüchtete in Syrien und Griechenland verschickt. Aktuell ruht das Projekt, wird aber hoffentlich bald wieder aufgegriffen. Hier kannst du mehr darüber erfahren, was in dem Projekt bisher passiert ist.

Stapel von Hela-Stoffbinden, die in der Schweiz für Geflüchtete genäht wurden
So sehen einige der Binden aus, die nach Syrien und Griechenland verschickt wurden. (Foto: https://blog.kulmine.de/kulmine/hela-in-syrien/ [26.05.2021])

Lionne (Togo)

Die Initiatorin Emily Wilbrand beschreibt das Stoffbinden-Programm auf der Spendenplattform betterplace wie folgt:

Das Problem

Was tun, wenn frau sich keine Hygieneprodukte während der Menstruation leisten kann? Nicht zur Schule, Uni oder Arbeit gehen lautet die Antwort von 7 von 10 Frauen in unserer Umfrage mit 90 Teilnehmerinnen in Togo. Außerdem wissen viele Mädchen und Frauen nicht, warum sie einmal im Monat bluten. Folgen sind häufig vaginale Infektionen, ungewollte Schwangerschaften und Scham über den eigenen Körper.

Unser Lösungsansatz

Wiederverwendbare Stoffbinden! Für so viele Frauen wie möglich! Lionne („Löwin“) heißt unser Projekt. Wir möchten Period Poverty in Togo großflächig begegnen. Daher bauen wir heute Strukturen auf, die auf Wachstum ausgerichtet sind, möglichst vielen Mädchen und Jungen sexuelle Aufklärung bieten, Stoffbinden zugänglich macht und zugleich Arbeitsplätze schafft!

Konkret

In unserer Binden-Nähwerkstatt arbeiten aktuell 5 togolesische Näherinnen. Sie haben schon über 2500 Binden genäht und aktuell entwickeln wir Fortbildungen für die künftigen Verkäuferinnen. Diese werden als Beraterinnen in ihren sozialen Kreisen nicht nur die Lionne-Stoffbinden verkaufen, sondern auch über Menstruation aufklären. Genäht werden die Binden aus Second Hand T-Shirts.

Kulmine hat den Start von Lionne mit einer Anschubfinanzierung in Höhe von 1.000€ und viel Wissen unterstützt. Von Anfang an haben wir das Programm begleitet und sind gespannt auf die weitere Entwicklung!

Drei bunte, aus gebrauchten Stoffen genähte Stoffbinden in einer hübschen Papierkiste.
Die Papierverpackungen für die Stoffbinden werden in Togo hergestellt. (Foto: Emily Wilbrand)

Fortsetzung folgt …

In den letzten Jahren haben außerdem sechs weitere Organisationen bei uns angefragt, weil sie das Schnittmuster der Hela verwenden wollten. Wir haben nachgefragt, ob die Hela nun bei ihnen im Einsatz ist und wenn ja, welche Projekte sie konkret umsetzen. Sobald wir von ihnen gehört haben, werden wir ihre Projekte hier ergänzen.

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